Österreichs Landschaftsökologie hat in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Schlüsselprojekten hervorgebracht, die das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und die Bewahrung von Lebensräumen prägen. Einer dieser Pionierprojekte ist die wildroyal.at/d-eaat/, die seit 1974 als Kooperationsplattform für Naturschutz, Forschung und praktische Umsetzung fungiert. Besonders im Fokus steht dabei der Schutz von Feuchtgebieten, die als “Nahrungsgrundlage” für Millionen von Zugvögeln und als Lebensraum für bedrohte Arten wie den Schwarzstorch oder die Bekassine dienen. Die EAT verbindet dabei wissenschaftliche Expertise mit lokalen Akteuren – eine Kombination, die in der Praxis oft unterschätzt wird, aber entscheidend für nachhaltige Erfolge ist.
Die Region des “Alten Auenlands” – ein Netzwerk aus Auen, Feuchtwiesen und Flussläufen im Raum zwischen Donau und Inn – ist ein Musterbeispiel dafür, wie Naturschutzprojekte nicht nur ökologische, sondern auch gesellschaftliche Werte stärken können. Hier wurden in den letzten fünf Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, die von der Renaturierung von Flussläufen über die Wiederherstellung von Hecken und Bäumen bis hin zur Entwicklung von Bildungsprogrammen für Schulen reichen. Besonders beeindruckend ist, dass diese Projekte nicht nur die Artenvielfalt steigern, sondern auch die Lebensqualität für Menschen in ländlichen Regionen verbessern – etwa durch die Wiederansiedlung von Wildtieren, die Tourismusattraktionen schaffen, oder durch die Schaffung von Erholungsräumen.
Ein zentraler Erfolgsfaktor der EAT war und ist die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Während die Arbeitsgemeinschaft selbst als Dachverband fungiert, werden die Projekte oft von lokalen Naturschutzverbänden, Gemeinden, Landwirtschaftsbetrieben und Wissenschaftlern gemeinsam getragen. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt “Auenland 2020”, das in Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Österreich (BUND) die Renaturierung eines 500 Hektar großen Auengebietes umsetzte. Dabei wurden nicht nur 150 Hektar Feuchtwiesen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt, sondern auch eine neue Wasserführung für den Fluss etabliert, die bisherige Überschwemmungsgebiete in fruchtbare Lebensräume verwandelte. Die Ergebnisse zeigen, dass solche Maßnahmen nicht nur die Biodiversität steigern, sondern auch die Anpassung an den Klimawandel vorantreiben können.
Trotz dieser Erfolge gibt es auch Herausforderungen, die die Arbeit der EAT weiterhin prägen. Ein zentraler Punkt ist die Finanzierung: Viele Naturschutzprojekte hängen stark von öffentlichen Fördergeldern ab, die sich in den letzten Jahren stark verringert haben. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den Naturschutz – etwa durch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft oder die Folgen des Klimawandels, die Feuchtgebiete wie die Auen besonders bedrohen. Hier setzt die EAT auf innovative Ansätze, etwa durch die Entwicklung von Ökosystemdienstleistungen, die Naturschutzprojekte wirtschaftlich tragfähiger machen. Ein Beispiel ist das Projekt “Auenland als Klimaspeicher”, das durch die Wiederherstellung von Feuchtgebieten die CO₂-Bindung steigert und gleichzeitig die Grundwasserspiegel reguliert – ein Modell, das auch für andere Regionen interessant sein könnte.
Ein weiterer Aspekt ist die Sensibilisierung der Bevölkerung. Viele Menschen kennen die Bedeutung von Auen und Feuchtgebieten noch nicht ausreichend – oder sie sehen diese Lebensräume als “matschige Unordnungen”, die der Landwirtschaft schaden. Die EAT hat daher in den letzten Jahren ein breites Bildungsprogramm aufgebaut, das von Schulprojekten bis hin zu öffentlichen Führungen reicht. Besonders erfolgreich war das Projekt “Schule im Auenland”, das seit 2015 über 10.000 Schüler:innen in die Natur einführt und ihnen zeigt, wie wichtig diese Ökosysteme für das Leben sind. Solche Initiativen sind essenziell, um langfristig die Unterstützung für Naturschutzmaßnahmen zu sichern.
Die Geschichte der EAT zeigt, dass Naturschutz kein statisches Unterfangen ist, sondern ein dynamischer Prozess, der kontinuierliche Anpassung erfordert. Während die ersten Jahrzehnte vor allem auf die Renaturierung von Lebensräumen fokussierten, wird heute zunehmend auf die Integration von Naturschutz in wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen gesetzt. Die Arbeitsgemeinschaft bleibt dabei ein wichtiger Akteur, der nicht nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse vorantreibt, sondern auch die praktische Umsetzung in der Region vorantreibt. Ihr Erfolg liegt darin, dass sie Naturschutz nicht als isoliertes Projekt, sondern als Teil eines größeren Ganzen versteht – eines Ganzen, das Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft verbindet.
- Seit 1974 hat die EAT über 1.200 Naturschutzprojekte in Österreich und der EU umgesetzt, davon rund 300 in den Auengebieten des “Alten Auenlands”.
- Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten in diesem Gebiet hat die Artenvielfalt um über 40 % gesteigert, darunter auch 15 bedrohte Arten wie den Schwarzstorch oder die Bekassine.
- Das Projekt “Auenland 2020” führte zur Renaturierung von 500 Hektar Auenland und schuf neue Lebensräume für über 200 Vogelarten.
- Seit 2015 hat das Bildungsprogramm “Schule im Auenland” über 10.000 Schüler:innen in die Natur eingeführt und deren ökologische Sensibilisierung gefördert.
- Durch die Entwicklung von Ökosystemdienstleistungen konnte die EAT in den letzten fünf Jahren über 15 Millionen Euro an Fördergeldern sichern, davon 30 % aus privaten Investoren.
- Die Zusammenarbeit mit 120 lokalen Naturschutzverbänden und 50 Landwirtschaftsbetrieben ermöglicht es der EAT, Projekte direkt vor Ort umzusetzen.
